Immer wieder faszinierend wie sie ihre sehbehinderten Besitzer durch den hektischen Verkehr und das wuslige Treiben einer Stadt führen können. Kein Wunder: Blindenhunde durchlaufen eine enorm aufwändige Ausbildung. Aber nicht jeder Hund ist für diese Lebensaufgabe geeignet. Darum legt er eine spezielle Wesensprüfung ab. Denn aggressive oder unzuverlässige Hunde können ihre verantwortungsvollen Jobs später nicht schnell und sicher erfüllen. Machen Blindenhunde auch mal Pause? Können Sie eigentlich die Ampel lesen? Das alles und noch viel mehr spannende Dinge erfahrt ihr in unseren folgenden 10 Fakten über Blindenhunde.  

1  Was ist ein Blindenhund?
Der Blindenhund oder genauer der Blindenführhund ist ein Assistenzhund mit spezieller Ausbildung, der stark sehbehinderte oder sogar blinde Menschen gefahrlos durch den Alltag führen soll. Er ermöglicht seinem Halter nicht nur ein selbstbestimmtes Leben, sondern macht es durch seine Nähe auch deutlich lebenswerter. Der Hund kann Ängste, Depressionen und Einsamkeit reduzieren. Die regelmäßige Bewegung seines Führers wirkt sich auch noch positiv auf dessen Gesundheit aus.

2  Welche Hunde eignen sich besonders?
Als Blindenhund kommen wesensfeste Hunde ohne jegliche Anzeichen von Aggression aus einer gesunden Zucht in Frage. Besonders geeignet sind mittelgroße bis große Rassen, die von Natur aus freundlich, intelligent, selbstständig und belastbar sind, wie z.B. der Labrador oder Golden Retriever. Diese bringen neben ihrem „Will to please“ noch viele andere positive Eigenschaften mit. Aber auch Großpudel, Deutscher Schäferhund, Riesenschnauzer und auch einige Mischlinge aus diesen Rassen sind mögliche Kandidaten.

3  Für welche Menschen sind sie geeignet?
Ein Blindenhund ist nicht für jeden blinden Menschen geeignet. Die Führung erfordert ein hohes Maß an Lernbereitschaft und Konsequenz und viel Zeit für das gemeinsame Training. Außerdem setzt es ein hohes Maß an Vertrauen voraus.

Deutscher Schäferhund in freier Natur schaut frontal in die Kamera

4  Wie werden Blindenhunde ausgebildet?
Nach bestandenem Wesenstest geht es für einen Blindenhund für die ersten 12 Monate meist in eine Patenfamilie, wo der Hund ausgiebig sozialisiert werden soll – also Begegnungen mit Hunden, schreienden Kindern, Fahren mit dem Zug oder dem öffentlichen Nahverkehr. Sollte der Hund Ängstlichkeit oder Jagdtrieb zeigen, endet die Ausbildung an diesem Punkt. Denn das wäre zu gefährlich für seine spätere Arbeit als Blindenhund. Bei der Patenfamilie lernt der Hund unter Anleitung eines Trainers außerdem neben dem Grundgehorsam, sich aktiv in dem Haushalt einer blinden Person zurecht zu finden und wie er hier Hilfe leisten kann. Ein weiterer Bestandteil der Ausbildung ist das Erkennen von Gefahrensituationen, in denen der Hund aktiv den Gehorsam verweigern muss, z.B. an Bahnsteigkanten oder auch Rolltreppen. Die anschließende Ausbildung mit einem erfahrenen Trainer dauert rund 6-9 Monate. Im Anschluss wird der künftige Führhundehalter eingearbeitet, zuerst in der Hundeschule und dann auch am Wohnort des Hundehalters. Zum Abschluss gibt es eine Art Gutachten eines Sachverständigen wo nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch beurteilt wird. Hier wird geprüft, ob das Mensch/Hundeteam zu einem sicheren Gespann geworden ist und keinerlei Gefahr für sich und andere Teilnehmer im Straßenverkehr darstellen. Es wird zusätzlich geprüft, ob der Mensch auch in Freilaufsituationen mit seinem Hund klarkommt. Erst nach bestandener Prüfung können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Ein gut ausgebildeter Blindenhund kann bis zu 40+ Hörzeichen ausführen. Damit der Hund die Kommandos weiterhin einwandfrei beherrscht und nicht einzelne vergisst, muss ein Blindenhund auch danach regelmäßig trainiert werden.

5  Was muss ein Blindenführhund können?
Ein Blindenhund erkennt Hindernisse für seinen Menschen, weist ihn darauf hin oder umgeht sie. Er bleibt vor Türen oder Treppen stehen und lenkt seinen Besitzer um E-Roller, Bänke oder Straßenschilder. Darüber hinaus muss er Haltestellen von Verkehrsmitteln finden und helfen, sicher ein- und auszusteigen sowie einen Sitzplatz zu finden. Auch geeignete Zebrastreifen und Ampeln muss der Hund im Blick haben. Hindernisse wie z.B. Schranken, die für den Hund ohne Problem passierbar sind, kann der Hund als solche erkennen und zeigt diese durch erwünschten „Ungehorsam“ – also stehen bleiben – an. Trotzdem bestimmt grundsätzlich der Mensch den Weg.

6  Kann ein Blindenhund Ampeln lesen?
Nein – in Wahrheit kann ein Hund nicht zwischen einzelnen Ampelfarben unterscheiden, sondern der Hundeführer weiß selbst, wann er eine Straße dort überqueren kann. Der Blindenhund hilft jedoch eine Ampel zu finden, er erkennt nämlich die kleinen Kästen an denen das akustische Signal aktiviert werden kann. Er kann dann die Person sicher über die Straße führen und auch von einer drohenden Gefahr wie z.B. einem sich nähernden Auto wegleiten.

Ein Mann läuft in freier Natur mit einem Blindenhund

7  Hat ein Blindenhund auch mal Pause?
Trotz seiner klaren Aufgabe bleibt er ein Hund mit allen damit verbundenen Bedürfnissen. Der Hund braucht Pflege, Liebe und Aufmerksamkeit, freie Bewegung und Kontakt zu Artgenossen und natürlich auch Ruhepausen um sich von seinem „stressigen“ Job zu erholen. Wenn ein Blindenhund sein Führgeschirr nicht trägt, dann ist er gerade nicht im Dienst und darf eurem Vierbeiner „Hallo“ sagen.

8  Geht ein Blindenhund in Rente?
Ja – die reguläre Arbeitszeit eines Blindenhundes beträgt ca. 7 – 10 Jahre. Danach wird der Hund meist von einer neuen Familie übernommen und darf seinen wohlverdienten Ruhestand in aller Ruhe verbringen. Der bisherige Blindenhundeführer erhält dann einen neuen Blindenhund.

9  Was kostet ein Blindenhund?
Blindenhunde kosten ab € 20.000 aufwärts – hochgradig sehbehinderte Menschen können einen Blindenhund bei ihrer Krankenkasse als Hilfsmittel beantragen. Außerdem übernehmen manche Krankenkassen einen Teil der monatlichen Unterhaltskosten.

10 Dürfen Blindenhunde in den Supermarkt?
Übrigens dürfen Blindenhunde ihren Menschen in den meisten westlichen Ländern auch an zahlreiche Orte begleiten, an den sonst ein Hundeverbot herrscht, z.B. in Lebensmittelgeschäfte oder zum Arzt.

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