Die Winterzeit macht Hunden Spaß, hält aber auch einige Gefahren parat. Was müsst ihr beachten, wenn ihr jetzt mit euren Vierbeinern nach draußen geht? Unsere TIERdirekt Tierärztin Ina Steils gibt euch 5 wertvolle Ratschläge, wie ihr und euer Hund trotzdem fit durch den Winter kommen und ihr diese Zeit zusammen genießen könnt. Und dazu gibt es den einen oder anderen ganz persönlichen Tipp von den Hundebesitzern unter Ina Steils Kollegen bei TIERdirekt:

1. Spaziergänge der Jahreszeit anpassen

Die Winterlandschaft lädt zu Spaziergängen mit traumhaftem Blick ein. Leider verdirbt oft das gestreute Salz den Spaß, denn die Pfoten eures Lieblings könnten dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Unsere TIERdirekt Mitarbeiterin Gabriela Tröger rät:

"Eine Pfotenpflegecreme vor dem Spaziergang verhindert das Einreißen und hilft, dem brennenden Schmerz des Salzes in rissiger Haut vorzubeugen. Nach dem Spaziergang spült die Pfoten am besten mit lauwarmem Wasser ab, um das Salz vollständig zu entfernen.“

Da die Straßen durch den Schnee oftmals in weiche Untergründe verwandelt und die Krallen dadurch nicht mehr natürlich abgenutzt werden, empfiehlt es sich, diese deutlich häufiger zu kürzen als sonst. Gabriela Tröger dazu:

"Das macht ihr am besten beim Tierarzt oder lasst euch von ihm die richtige Technik zeigen.“

Bei sehr dünnem Fell könnt Ihr eurem Liebling ein Jäckchen oder einen wärmenden Pullover anziehen. Ansonsten haltet die Spaziergänge lieber kürzer und bleibt nicht zu lange für einen Plausch mit der Nachbarin auf einer Stelle stehen, damit euer Weggefährte weiter in Bewegung bleibt und genug Körperwärme produzieren kann. Vielleicht verabredet ihr euch stattdessen lieber zu einer kleinen gemeinsamen Gassirunde um den Block.

2. Leuchtende Kleidung und Leuchthalsband für Hunde bei Dunkelheit

TIERdirekt Versicherungsexperte Stephan Haverkamp verrät:

„Mit unserem Sammy gehen wir bei Dunkelheit nur mit einem leuchtenden Halsband aus dem Haus. Da er schwarzes Fell hat, ist er so besser zu sehen.“

Auch Warnwesten, reflektierende Leinen und Geschirre oder Blinklichter eignen sich für den abendlichen Spaziergang, um von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden. Bei unbeleuchteten Wegen kann eine Taschenlampe hilfreich sein. Auch ihr als Hundehalter solltet für andere gut sichtbar sein und helle, reflektierende Kleidung tragen. Deswegen tragt am besten zu den Spaziergängen im Dunkeln eine Jacke mit Reflektoren an den Ärmeln.

3. Wenn Hunde Schnee fressen

Da Schnee auf viele Hunde eine magische Wirkung hat, lädt dieser oft zu wildem Toben und Wälzen ein. Dabei sollten ihr darauf achten, dass euer Hund keinen Schnee frisst. Animiert ihn daher möglichst nicht dazu, Schneebälle zu jagen und zu fangen.

Wenn Hunde Schnee fressen, kann sich die Magenschleimhaut entzünden und eine sogenannte Schnee-Gastritis entstehen. Dabei können Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Husten und Fieber auftreten.

Noch gefährlicher wird es, wenn sich Streusalze oder sogar Frostschutzmittel im Schnee befinden. Insbesondere Frostschutzmittel sind für Hunde hochgradig giftig und führen selbst bei der Aufnahme von nur geringen Mengen zu starken Vergiftungserscheinungen.

4. Zu Hause angekommen: Sauber und warm

Hunde liegen unter einer Decke und lugen mit ihrer Schnauze hervor.

Nach so einem Winterspaziergang freut Hund sich auf ein warmes Zuhause. Befreit euren Vierbeiner daher von Schnee und Eis und bietet ihm in seiner Lieblingsecke ein gemütliches Heimkommen. Viele Hunde freuen sich auch über eine warme Decke in ihrem Körbchen, die vorher auf der Heizung lag. TIERdirekt Mitarbeiterin Lea Spindler verrät:

„Da der Bodenbelag in unserer Wohnung oft sehr kalt ist, lege ich vor allem im Winter eine dicke Decke in die Hauptbereiche, z.B. im Wohn- und Schlafzimmer, aber auch in die Küche.“  

Besonders bei Fliesenböden oder auch Erdgeschosswohnungen macht das Sinn, da die Böden hier oft nicht ausreichend warm sind.

Und baden? Nur, wenn unbedingt notwendig. Da Shampoo die natürliche Fettschicht von Haut und Fell schädigt und euer Liebling damit anfälliger für Nässe und Kälte wird, sollten Sie ihn bei Bedarf nur mit warmem Wasser abduschen.

5. Ernährung anpassen

Durch den Abfall der Temperatur im Winter haben Hunde oftmals einen erhöhten Energiebedarf, da sie zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur mehr Kalorien verbrennen. Auch wenn das Winterfell nicht mehr ausreichend warm hält, kann eine Anpassung der Futtermenge sinnvoll sein. Bewegt sich euer Hund auch im Winter viel an der frischen Luft und in der Kälte, ist sein Energiebedarf wahrscheinlich erhöht. Passt also den Energiebedarf an, wenn ihr merkt, dass es notwendig ist. Dann könnt ihr kontrollieren, indem ihr euren Liebling regelmäßig wiegt. So vermeidet ihr Über- und Untergewicht.

Grundsätzlich – gerade aber im Winter – sollte die Hundeernährung ausgewogen und von guter Qualität sein. Besonders wichtig sind hier Eiweiß, B-Vitamine, Biotin und Zink. Auch ungesättigte Fettsäuren sind sinnvoll. Richtig angewendet können passende Nahrungsergänzungsmittel die Abwehrkräfte stärken. Bevor solche jedoch zum Einsatz kommen, besprecht ihr dies am besten mit eurem Tierarzt.

Und jetzt? Genießt die Winterzeit mit eurem Vierbeiner.