„Kannst du denn nicht einfach mal kurz ruhig sitzen bleiben?“, das hat sich wohl schon so mancher Hundebesitzer insgeheim gefragt, wenn einfach mal ein Foto vom vierbeinigen Familienmitglied geknipst werden soll. Schließlich würde er sich doch gut machen im gemeinsamen Familienalbum. Aber das perfekte Foto von seinem Hund zu schießen, ist in der Tat nicht einfach. Für Portraitfotos sollte er sich nicht rühren. Beeindruckende Bilder in Bewegung sind nochmal eine besondere Herausforderung. Ob als Portrait oder in Aktion: Hunde eignen sich in jedem Fall hervorragend als schöne, lebendige Bildmotive. Oft ergeben sich einfach zufällig aus der Situation heraus ungewöhnlich Körperhaltungen. Manche Bilder wirken enorm tiefgründig, andere haben Slapstick-Charakter. Damit eure Chancen für solche Schnappschüsse steigen, haben wir euch ein paar grundsätzliche Vorgehensweisen bei der Fotografie von Hunden zusammengestellt.

Auf dein Tier einstellen
Ihr habt den Plan ein Foto von eurem Hund zu schießen. Genau dies unterscheidet uns schon mal von unserem Fellgenossen. Er agiert nicht nach einem Plan, sondern lebt im hier und jetzt. Für ihn sind nur seinen aktuellen Bedürfnisse wichtig. Er schätzt euer Verhalten ausschließlich an seinen gemachten Erfahrungen ein. Ein Hund wird also eure ungewohnte Ungeduld und Nervosität schnell feststellen und selber unruhig werden. Nehmt euch also Zeit und lasst keine Hektik aufkommen. Macht das Shooting zu einem positiven Ereignis für beide Seiten. Denn auch euer Vierbeiner muss Spaß haben am Fotografieren, es sollte nicht zu einer zwanghaften Angelegenheit werden. Sonst verliert er schnell die Lust. Denkt immer daran, dann wird eure Fellnase entspannter mit der Situation umgehen und ihr kommt leichter zu einem guten Ergebnis. Dabei ist auch ganz wichtig: Legt immer wieder Pausen ein. Denn eine Fotosession bleibt trotz allem immer ein aufregendes wie anstrengendes Ereignis für den Hund.

Kurzhaardackel schaut aus einem Pappkarton

Spielzeug & Leckerlis mitbringen
Lasst euch also beim Fotografieren viel Zeit und geht auf die Bedürfnisse eures Hundes ein. Oder besser gesagt, macht euch seine Bedürfnisse zunutze. Mit geschickt eingesetzten Belohnungen durch Leckerlis bekommt ihr euer Tier hoffentlich nach einigen Versuchen dazu, für ein paar Sekunden sich nicht zu bewegen. Aber es braucht eben Zeit. Und vielleicht schafft ihr es sogar auf diese Weise, dass der Hund eine fotogene Stellung einnimmt. Weiteres wichtiges Hilfsmittel dazu sind Spielzeuge. Packt unbedingt eine großzügige Auswahl ein. Sie lenken schnell ab, die Fellnase ist beschäftigt. Da Hunde sich auf diese Weise prima fixieren lassen, kam man sie auch direkt gleich spielend ablichten. Um dabei einigermaßen ästhetische Bilder zu erzeugen, solltet ihr hierzu nicht unbedingt das abgewetzteste Lieblingsspielzeug vorlegen.

Aufmerksamkeit erzeugen
Ihr wollt natürlich nicht nur alltägliche Motive mit einem einfach mal so sitzenden oder spielenden Hund erzeugen. Um eine lebendige Mimik oder eine besondere Kopf- oder Körperhaltung beim Tier hinzubekommen, nutzt die Sensibilität eures Tieres für Geräusche. Pfeifen, Schnipsen oder Rasseln funktionieren genauso wie das Rufen von bekannten Worten wie „Essen“ oder „Gassi“, um interessiertes Schauen oder im besten Falle schräges Anlegen des Kopfes zu erreichen. Also: Erzeugt Aufmerksamkeit und drückt rechtzeitig auf den Auslöser, bevor der Hund seine Position verlässt.

Schwarz-weiß-hellbraun gescheckter Hund schaut dich an.

Die richtige Perspektive
Eine sehr spannende Perspektive ist, wenn ihr eurem Tier auf Augenhöhe begegnet. Je nach Größe des Hundes legt oder hockt ihr euch dazu auf den Boden. Denkt daher bei Außenaufnahmen unbedingt daran, eine Unterlage für euch einzupacken. Durch diesen Perspektivwechsel erhalt ihr spannende Motive, bei dem ihr euren Vierbeiner ganz anders wahrnehmt also sonst im Alltag. Sehr wichtig ist zudem die Augenpartie eures Tieres. Sie verrät viel über den Charakter des Hundes. Die Augen sollte auch der Fokuspunkt sein, das ist der schärfste Punkt des Bildes. Von hier aus wandert der Blick des Betrachters, um dann das ganze Tier zu erfassen.

Richtig beleuchten
Die Augen sind zudem gerade bei Hunden mit dunklem Fell wichtige Lichtpunkte, die Spannung in der Bildkomposition erzeugen. Bei Innenaufnahmen solltet ihr mit Beleuchtung arbeiten. Aber Vorsicht: Setzt künstliches Licht sparsam ein. Stark leuchtende Strahler können die Fellnasen leicht mal verschrecken. Bei ruhigen Fellnasen reicht eine Belichtungszeit von 1/250. Außenaufnahmen werden besser am Morgen oder am Abend gelingen, da das Licht zu diesen Tageszeiten flacher auf den Hund einfällt und ihn sanfter ausleuchtet. So wird er auch nicht geblendet. Strahlt am besten das Gesicht als Charakterpunkt eures Tieres an. Oder lasst bei Außenaufnahmen dunkle Tiere mit dem Gesicht zum Licht hinschauen. Besonders in einem schattigen Park solltet ihr darauf achten, von wo das Licht kommt.

Hellbrauner Hund rennt durch flaches Wasser und es spritzt.

Bewegungsfotos
Kraftvolle Bilder mit rennenden oder springenden Hunden sind natürlich die Königsdisziplin. Gut, wenn man eine weitere Person bei sich hat, die Bälle oder ähnliches Spielzeug werfen kann. Aber auch allein mit eurem Vierbeiner ist es mit etwas Übung sehr gut machbar, ihn zu einer Bewegung zu animieren und abzudrücken. Setzt euch dazu auf den Boden und lasst den Hund aus einer gewissen Entfernung zu euch hinlaufen oder hinrennen. Die Kunst ist dabei, nicht gleich sofort abzudrücken. Wartet ruhig etwas, dann erscheint der Hund größer und prägnanter. Bei Tieren in Bewegung eigenen sich Belichtungszeiten von 1/800 bis 1/1.000. Es empfiehlt sich von Einzelbildaufnahme auf Serienbildaufnahme zu wechseln, dann steigen die Chancen für ein gelungenes Foto mit Hund in Aktion.

Wir von eurem TIERdirekt Team hoffen, wir konnten euch erste Tipps geben, um euren felligen Liebling perfekt in Szene zu setzen. Wer sich intensiver mit Hundefotografie beschäftigen will: Es gibt dazu viele hilfreiche Fachliteratur. So oder so gilt: Erst die Übung macht den Meister. Also viel Erfolg und vor allem viel viel Spaß dabei.