Leishmaniose ist für Hunde eine sehr ansteckende und heimtückische Krankheit. Wer von euch dieses Jahr plant, nach Süd- oder Osteuropa mit seinem Hund in den Urlaub zu reisen, der sollte einer Infizierung mit Leishmaniose unbedingt vorbeugen. Diese auch als „Mittelmeerkrankheit“ bekannte Infektion wird vor Ort von Sandmücken auf Hunde übertragen. Auch Katzen können von Leishmaniose betroffen sein, wenn auch wesentlich seltener. Tückisch ist die Leishmaniose deshalb, weil es durchaus acht Jahre dauern kann, bis Symptome der Krankheit ausbrechen. Leider ist die Leishmaniose nicht heilbar und ohne Behandlung endet die Krankheit bereits nach ein paar Monaten tödlich. Ist ein Tier einmal infiziert, trägt es den Erreger lebenslang in sich. Daher sollte man sich genau überlegen, ob man die Fellnase mit in den Sonnenurlaub nimmt. Ansonsten gibt es medizinische Maßnahmen und Verhaltensregeln, um die Gefahr einer Infektion durch die Mittelmeerkrankheit sehr deutlich senken. Beim Tierarzt übernehmen wir als Versicherung selbstverständlich sämtliche Kosten für eine nötige Prophylaxe.

Die Infektionsraten von Leishmaniose durch Sandmücken liegen in nördlichen Mittelmeerregionen wie der Adria höher als in den südlicheren Gebieten. Eine Gefährdungslage konnte schon bei Reisen an den Gardasee oder ins Tessin beobachtet werden. Eine frühe Therapie kann den Verlauf der Krankheit aber positiv beeinflussen und die Symptome eindämmen. Die Leishmaniose gehört zu den Zoonosen – also einer auf den Menschen übertragbaren Infektionskrankheit. Jedoch ist dieser Übertragungsweg eher unwahrscheinlich. Natürlich besteht dennoch auch für Menschen die Gefahr, sich direkt über die Sandmücke in südlichen Ländern zu infizieren. Kleine Kinder und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sollten sich ganz besonders vor den kleinen sandfarbenden Mücken, aber auch vor nachweislich infizierten Hunden und Katzen schützen.

Sandmücken auch in Deutschland
Inzwischen kann man allerdings leider beobachten, dass auch in Deutschland die Anzahl der erkrankten Hunde in den letzten Jahren stark zunimmt. Das liegt vor allem an den vielen importierten Tieren aus den Mittelmeerregionen, aber natürlich auch an Urlaubsreisen mit Hund in den Süden. Zudem rechnen Mediziner, dass sich Sandmücken durch die Klimaerwärmung früher oder später auch in unseren Breitengraden ansiedeln könnten. Und es wird inzwischen auch vermutet, dass auch andere Mücken in der Lage sind, diese Krankheit zu übertragen. In Deutschland erkranken bereits jetzt schon 130.000 Hunde an Leishmaniose. In bestimmten südeuropäischen Regionen sieht es allerdings wesentlich dramatischer aus: Hier sind bis zu 80 % der Straßenhunde mit der Mittelmeerkrankheit infiziert.

Labrador sitzt am Strand vor dem schäumenden Meer und schaut in die Kamera.

Symptome einer Leishmaniose beim Hund
Wie gesagt: Der Ausbruch der Krankheit kann bis zu acht Jahre dauern. Dabei bleiben mehr als die Hälfte der Tiere symptomlos. Das besondere Problem dabei: Bei einem großen Teil dieser Tiere werden zwar Antikörper gebildet, die aber nicht schützen. Dadurch übertragen diese Tiere die Erreger unbemerkt weiter.

Ansonsten zeigen sich zu Beginn unspezifische Symptome:

  • Appetitlosigkeit und Abmagerung
  • Bildung von schuppigen Stellen
  • Abgeschlagenheit

Später kommen deutlichere Symptome hinzu:

  • Fieber
  • Angeschwollene Lymphknoten
  • Haarausfall besonders in Gesicht, an Nase und Ohren
  • Die sogenannte „Brillenbildung“ um die Augen herum
  • Verstärkte Hornbildung an den Ballen

Die Folgen sind im weiteren Verlauf häufig eine Schädigung von Nieren und Knochenmark. Milz und Leber vergrößern sich und die Tiere leiden oft an Blutarmut. Hunde mit Leishmaniose magern oft bis auf die Knochen ab. Ohne Behandlung sterben viele der Tiere innerhalb eines Jahres.

Frau verabreicht Spot-on Präparat gegen Leishmaniose in den Nacken eines Hundes.

Prophylaxe-Maßnahmen vor der Mittelmeerkrankheit
Entscheidet ihr euch dennoch, mit eurem Vierbeiner in den Süden zu reisen, gibt es Prophylaxe-Maßnahmen, die aber keinen vollkommenen Schutz vor einer Infektion liefern. Zwei medizinische Maßnahmen können das Risiko trotzdem deutlich reduzieren:

  • Spot-on Präparate oder entsprechende Halsbänder: Trägt man die Spot-ons mindestens zwei Tage vor Anreise auf, haben sie durch enthaltene Pyrethroide eine abwehrende Wirkung
  • Leishmaniose-Impfung: Hierzu muss der Hund zuerst per Blutuntersuchung negativ getestet sein, dann erfolgen drei Impfungen im Abstand von 3 Wochen und 4 Wochen. Nach der letzten Impfung könnt ihr eine Reise mit der o.g. Prophylaxe antreten. Die Impfung müsst ihr außerdem jährlich auffrischen.

Neben diesen medizinischen Maßnahmen, könnt ihr bestimmte Verhaltensregeln anwenden, um den übertragenden Sandmücken gut aus den Weg zu gehen. Sandmücken sind im Kern von April bis November von der Abend- bis zur Morgendämmerung aktiv. In dieser Zeit sollte euer Hund am besten bei geschlossenen Fenstern im Haus bleiben. Sandmücken haben eine Größe von nur etwa 2 mm und passen deshalb häufig durch das Mückennetz.

Sandmücken gehen Wind aus dem Weg
Gut zu wissen für euch ist aber: Diese Mückenart bleibt nah am Boden und mag keinen Wind. Somit wählt besser eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer in den oberen Stockwerken oder direkt am Meer. Entscheidet euch bei eurem Reiseziel lieber für Küstenregionen als für windstille Gebiete im Inland. Weil Sandmücken keinen Wind mögen, ist auch der Strandbesuch mit dem Vierbeiner recht sicher. Übrigens sollten auch Hunde, die bereits infiziert sind, vorbeugend gegen Mückenstiche behandelt werden. An ihnen können sich sonst Sandmücken infizieren und weitere Tiere oder auch Menschen anstecken. Erst wenn die Nachttemperaturen wieder deutlich unter 15° Grad liegen, verschwinden die Sandmücken wieder.

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, aktuell eine Reise nach Süd- oder Osteuropa zu buchen, lasst euch frühzeitig von eurem Tierarzt beraten, welche Prophylaxe für euer Tier die Passende ist. Unsere Versicherung übernimmt beim Tierarzt sämtliche Prophylaxe-Maßnahmen. Auch eventuelle Tierarztkosten im Ausland decken wir ab. Wir wünschen euch viel Vergnügen bei eurer Urlaubsplanung.