Eine der häufigsten Erkrankungen bei Hündinnen ist die Gebärmutterentzündung. Der medizinische Fachbgriff lautet Pyometra. Laut einer schwedischen Studie erkranken rund ein Viertel der unkastrierten Hündinnen daran im Laufe ihres Lebens. Ist die Hündin läufig, können sich Krankheitserreger relativ leicht in der Gebärmutter ansiedeln und vor allem gegen Ende der Läufigkeit angreifen. Die Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter führt dann zu massiven Störungen des Allgemeinbefindens der Tiere. Die Bakterien bilden in der Gebärmutter Giftstoffe, die den gesamten Organismus überschwemmen und zu einer Blutvergiftung führen können. Eine unbehandelte Pyometra hat den Tod des betroffenen Tieres zur Folge. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Alter der Hündin.

Man unterscheidet bei der Gebärmutterentzündung oder Pyometra zwischen der offenen Form und der geschlossenen Form. Bei ersterer fließt das eitrig-blutige Sekret aus der Gebärmutter vaginal ab. Dieser wird aber häufig von den Hundebesitzern gar nicht bemerkt, weil die reinlichen Tiere diesen weglecken. Bei der geschlossenen Pyometra ist ein Abfluss des Sekrets durch den bereits geschlossenen Muttermund nicht mehr möglich. Eine Gebärmutterentzündung befällt nicht nur unkastrierte Hündinnen: Sollten bei einer Kastration die Eierstöcke nicht vollständig entfernt worden sein, kann es ebenfalls zur einer Pyometra kommen. In der Regel sind hierbei kastrierte Hündinnen ab einem Alter von sechs Jahren gefährdet.

Symptome einer Gebärmutterentzündung bei Hündinnen
Die Symptome einer Gebärmutterentzündung beginnen meist schleichend, häufig zeigen Hündinnen anfänglich kaum Auffälligkeiten, jedoch verschlechtert sich die Situation dramatisch. Wie erkennt ihr, dass eure Hündin unter einer Gebärmutterentzündung leidet?

Diese Symptome beginnen ca. 2-6 Wochen nach der letzten Blutung der Hündin:

  • Lethargie bis hin zur Apathie
  • vermehrtes Lecken im Scheidenbereich
  • Appetitlosigkeit
  • vermehrter Durst dadurch häufigem Harndrang
  • empfindlicher, schmerzhafter Bauch evtl. vergrößerter Umfang
  • eitriger Ausfluss aus der Vulva der Hündin – tritt nur bei der offenen Form der Gebärmutterentzündung auf
Großer brauner Hund liegt in Narkose am Tropf auf einem OP-Tisch.

Diagnose und Therapie einer Pyometra
Für die Diagnose ist eine sonographische Untersuchung mit Ultraschall notwendig. Hierdurch kann der Tierarzt die vergrößerten, mit Flüssigkeit gefüllten Gebärmutterschlingen gut erkennen kann. Zudem analysiert er das Blutbild der Hündin sowie ihre Leber- und Nierenwerte.

Wie sieht die Behandlung einer Pyometra aus? Bei einer offenen wie bei einer geschlossenen Gebärmutterentzündung wird empfohlen, die Gebärmutter als auch die Eierstöcke zu entfernen. Nach der OP werden die Hündinnen noch mit Antibiotika und Entzündungshemmer behandelt. Eine konservative Therapie z.B. rein mit Medikamenten ist nicht empfehlenswert, die Gefahr eines erneuten Befalls mit Krankheitserregern und somit eines Rückfalls ist einfach sehr hoch.