Ständig das Fell putzen und lecken, das ist so ein Bild, was man bei Katzen im Kopf hat. In Gegensatz dazu steht der nasse, riechende Hund. Ist was Wahres dran? Sind Katzen wirklich sauberer als Hunde? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft ein Blick auf die Gene von Hund und Katze. Die Natur hat nämlich für die Beiden jeweils unterschiedliche Mechanismen vorgesehen, um ihre Körper von äußeren Einflüssen sauber zu halten. Der Hund reinigt sich durch Körpersekret quasi ohne einiges Zutun. Die Katze dagegen ist ein Selbstpfleger. Sie muss ihre Pflege aktiv durch z.B. Lecken selber übernehmen. Aber wie macht sie das eigentlich? Und wie läuft die eigene Reinigung beim Hund ab?

Wie funktioniert die Selbstpflege der Katze?
Der Antrieb zum Pflegen beginnt bei Katzen schon sehr früh. Die kleinen Kätzchen fangen bereits nach vier Wochen ganz automatisch mit ihrer Selbstpflege an. Aber wie funktioniert diese eigentlich genau? Haben unsere Katzen dafür spezielle effektive Techniken? Erstmal besitzen Katzen einen sehr flexiblen Körper. Dieser ermöglicht ihnen, ziemlich jede Stelle ihres Körpers zu erreichen. Wichtiges Hilfsmittel ist dabei ihre Stachelzunge. Diese besteht tatsächlich aus hunderten kleiner Stacheln, die man auch Papillen nennt. Lange wusste man nicht, wie die Stachelzunge eine derart hohe Reinigungsleistung erreicht. Inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass die Papillen ähnlich hart wie menschliche Fingernägel sind. Im vorderen Bereich der Zunge haben sie eine Schaufelform und verteilen den Speichel schnell über die ganze Zunge. Die Stacheln sind fast unabhängig von der Größe der Katze über 2 Millimeter. So helfen sie der Zunge sich tief ins Fell zu fräsen und dieses optimal mit Hilfe des Speichels von losen Haaren, Parasiten und abgestorbenen Hautschuppen zu befreien. Interessant ist dabei, dass Katzen tatsächlich etwa 40 - 50 % ihrer wachen Stunden mit Putzen verbringen. Darum riechen sie einfach per se wenig. Hinzukommt, dass Katzen grundsätzlich mehr Haare als Hunde verlieren und auch optisch sauberer aussehen.

Kleiner weißer, zotteliger Hund schüttelt seine Nässe auf dem Rasen aus.

Wie sieht die Körperpflege beim Hund aus?
Bei Hunden ist in Sachen Körperpflege alles anders. Die Hundehaut produziert bei Nässe ein öliges Sekret, welches wie ein Schutzschild vor Bakterien und Wasser wirkt. Dieser Talg ist nicht nur wichtig für den Schutz der Haut, sondern auch für das Hundefell, das durch das Fett widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse wird. Je nässer ein Hund wird, desto mehr Talg wird produziert. Die wasserlöslichen Duftstoffe verteilen sich dabei besonders gut und sorgen so für einen unangenehmen Geruch. Aber warum putzen sich Hund eigentlich nicht selber? Ihr Körper ist nicht so flexibel wie von Katzen, sie kommen mit ihrer Zunge nicht an jede Stelle ihres Körpers. Außerdem verfügt die Hundezunge über keine Stacheln oder eine anderweitige mechanische Möglichkeit, das Fell zu reinigen. Zudem soll ein weiterer Grund sein, dass Hunde schon viele Jahrhunderte an der Seite des Menschen leben und daher die Reinigung ihres Felles nicht alleine durchführen mussten.

Hund und Katze, beide braun-schwarz-weiß gemustert, beschnuppern sich auf Augenhöhe.

Wie lautet nun das Fazit? Sind Katzen wirklich sauberer als Hunde? Das hängt dann wohl davon ab, was Mensch als sauberer bezeichnet. Die Reinigungsmethode des Hundes über Talg und Fette ist der menschlichen Nase einfach nicht so zuträglich wie die der Katze. Hygienisch betrachtet, erfüllen beide Reinigungsarten ihren Zweck. Somit: Genießt weiterhin die gemeinsame Zeit mit eurem Liebling und erfreut euch an den wunderbaren Düften des Frühlings.