Was unserem Tierversicherungskunden mit seiner Flat-Coated Retriever Hündin Trixi vor Kurzem im Juni widerfahren ist, passiert leider immer häufiger in Deutschland: „Ich war mit unserer Hündin südlich von München spazieren. Am Waldrand habe ich einen Stock in eine Wiese geworfen. Unsere Trixi sprang hinterher und sank plötzlich mit starkem Gejaule im hohen Gras nieder und blieb dort apathisch liegen. In ihrer Zunge konnten wir so etwas wie eine Biss-Spur entdecken. Wir gingen langsam nach Hause, wo sie sich jedoch ganz anders verhielt als sonst. Sie war zurückgezogen und apathisch. Später kam noch Schaum aus dem Mund. Nach ca. drei Stunden sind wir zur Notfallaufnahme in eine Tierklinik gefahren.“ Nachdem die Flat-Coated Retriever Hündin unseres Kunden sofort untersucht wurde, war die Diagnose eindeutig: Trixi wurde von einer Schlange gebissen.

Nachweislich handelte es bei Trixi um den Biss einer Kreuzotter. Immer noch selten, aber gerade in bergigen Regionen Deutschlands registrieren Tierärzte mehr und mehr, dass Hunde aber auch Katzen von Schlangen gebissen werden. Oft sind es hierzulande Kreuz- und Wiesenottern, Hornottern bzw. Sandvipern oder Aspisvipern. Ein Biss solcher Schlangen kann bei größeren Hunden zunächst noch unspezifisch daherkommen. Besonders bei kleineren Tieren unter 20 kg kann der Biss eines dieser Schlangenarten auch tödlich verlaufen.

Woran erkennt man einen Schlangenbiss?
Bei Verdacht auf einen Schlangenbiss solltet ihr direkt einen Tierarzt aufsuchen. Aber wie erkennt man, dass Hund oder Katze von einer Schlange gebissen wurde? Es können verschiedene lokale Symptome auftreten, die oft aber nicht gleich auf einen Schlangenbiss hinwiesen:

  • Schwellung an der Bissstelle - meist an den Pfoten oder im Bereich des Kopfes
  • Veränderungen beim Verhalten:
    • Unruhe
    • Winseln
    • apathisches Verhalten
    • gedämpfte Fresslust
  • in einem späteren Stadium sind deutlichere Symptome möglich:
    • Atemnot
    • Herzbeschwerden
    • Lähmungen

Meist sind die Symptome bei Schlangenbiss aber wie gesagt unspezifisch und eine Abgrenzung zu einem Insektenstich ist oft schwierig. Allerdings fallen die Symptome in der Regel bei einem Schlangenbiss stärker aus. Manchmal kann man an der Verletzung auch zwei kleine Stichverletzungen im Abstand von ca. einem Zentimeter entdecken. Später bildet sich eventuell ein ringförmiges Hämatom. Darum: Geht auch bereits bei diesen unspezifischen Symptomen zum Tierarzt.

Tierarzthände umfassen Kopf eines Kurzhaarrdackels zum Blick in sein Auge.

Bei Verdacht auf Schlangenbiss Ruhe bewahren
Schlangengifte haben eine blutzersetzende Wirkung. Sie greifen die roten Blutkörperchen an und zerstören Gewebe. Darum können die Symptome nach Tagen wesentlich schlimmer oder gar lebendbedrohlicher werden. Wie intensiv euer Hund oder eure Katze auf einen Schlangenbiss reagiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Menge des eingespritzten Giftes
  • Größe bzw. Gewicht des gebissenen Tieres, je kleiner das Tier desto größer ist das Risiko
  • Aktuelle Konstitution und Alter des Tieres
  • Ort der Bisswunde – gut durchblutete Regionen beschleunigen die Wirkung des Giftes massiv

Wenn ihr den Verdacht eines Schlangenbisses bei eurem Hund und eurer Katze habt: Bewahrt unbedingt Ruhe und geht schnellstmöglich zum Tierarzt. Vermeidet dabei aber jede Aufregung bei eurem Hund. Normales Laufen ist meist möglich. Jedoch zwingt euren angeschlagenen Hund nicht zum Laufen. Eine gebissene Pfote sollte zudem wenig belastet werden. Kleinere Tiere solltet ihr eventuell tragen. Bietet eurer Fellnasse unbedingt Wasser an, um den Kreislauf stabil zu halten. Kühlen ist sehr wichtig. Zu einem Schock kommt es allerdings beim Schlangenbiss selten.

Beagle zieht an der Leine, weil er eine Fährte aufgenommen hat.

Wie kann man einem Schlangenbiss vorbeugen?
Die heimischen Schlangenarten sind sehr scheu, verschwinden meist bei der Wahrnehmung von Menschen. Denn Katzen, Hunde oder Menschen gehören nicht in ihr Beuteschema. Wenn ein Hund oder eine Freigängerkatze jedoch durchs Unterholz, Gras etc. läuft, hat eine Schlange häufig zu wenig Zeit um schnell genug zu verschwinden. Fühlt sich die Schlange zu sehr bedrängt, kommt es zu einem Abwehrbiss. Dieser erfolgt oft nur mit halber Giftmenge im Gegensatz zu einem Beutebiss. Dennoch kann die injizierte Giftmenge leider zu viel für euren Liebling sein. Wenn ihr beim Gassigehen eine Schlange seht, nehmt euren Hund unbedingt an die kurze Leine. Seid vorsichtig in Mooren, auf feuchten Wiesen an Waldrändern und Waldlichtungen oder auch auf Heideflächen, diese sind auch Lebensraum von heimischen Schlangen.

Kostenübernahme der Behandlungskosten
Bei unserem Kundenhund dem Flat-Coated Retriever Trixi lief es nach dem Schlangenbiss zum Glück glimpflich ab: Die Hündin wurde mit Infusionen behandelt und blieb zur Beobachtung über Nacht in der Tierklinik. Die Kosten von rund 800 EUR haben wir im Rahmen unserer TIERdirekt Vollversicherung für Trixi natürlich übernommen. Somit: Augen auf beim Gassi gehen und achtet auf eure Freigängerkatze. Gerade jetzt in den Sommermonaten ist die Gefahr eines Schlangenbisses höher als zu anderen Jahreszeiten. Dennoch ist natürlich Panik fehl am Platze, da Schlangenbisse immer noch insgesamt seltener bei unseren Haustieren vorkommen. Aber ihr solltet die Gefahr trotzdem auf dem Schirm haben, um im Falle eines Verdachts schnell und richtig zu handeln.