Die Freude ist einfach riesig, wenn ein Welpe bei seiner neuen Familie einzieht. Ihn zu streicheln, mit ihm zu spielen oder ihn einfach nur zu beobachten – all das ist für die frischgebackenen Hundehalter eine wunderschöne Sache. Langweilig wird es dabei nie. Es gibt so viel miteinander zu erleben. Allerdings tauchen im Umgang mit dem vierbeinigen Familienmitglied oft auch viele Fragen auf. Man will natürlich möglichst alles richtig machen und ist daher manchmal unsicher: Was kann dem jungen Hund zugetraut werden, womit könnte er überfordert werden? Frauke Loup von der Hunde-Akademie Perdita Lübbe in Griesheim bei Darmstadt beantwortet uns hier einige typische Fragen von Welpenhaltern.

„Der Welpe möchte nicht Gassi gehen – was nun?“

Diese Frage taucht immer wieder in unserer Hundeschule bei Welpenbesitzern auf. Wichtig ist zunächst, dass wir Menschen uns damit auseinandersetzen, weshalb der Hund tut, was er tut oder eben auch nicht tut. In unserer menschlichen Vorstellung meinen wir vielleicht, dass wir die Leine in die Hand nehmen und der Hund dann gern mit uns nach draußen geht. Tatsächlich verspürt jedoch ein Welpe in der Regel zunächst gar keinen großen Drang, das Haus zu verlassen. Das ist eine sinnvolle Einrichtung der Natur, um die jungen Hunde vor waghalsigen Abenteuern zu schützen. Daher sind sie bis zum Alter von drei bis vier Monaten häufig noch nicht so sehr erpicht, die „sichere Höhle“ zu verlassen. Vielmehr brauchen sie erstmal Zeit, Geduld und Unterstützung, ihr neues Gebiet zu erkunden.

Seien Sie ein verlässlicher Partner

Vermitteln Sie Ihrem Liebling, dass es draußen interessante Dinge zu entdecken gibt. Gemeinsame Erlebnisse schweißen Mensch und Hund außerdem zu einem Team zusammen. Zwischendurch soll der Welpe immer wieder mal die Gelegenheit haben, sich für einen Moment umzuschauen und das Umfeld zu erkunden. Am besten trifft der Mensch die Entscheidung, wann und wo das möglich ist. Wenn machbar, können Sie dafür eine ca. fünf Meter lange Leine einsetzen. Dennoch sollte der Hund dabei seinen Menschen nicht aus den Augen und aus dem Kopf verlieren.

Das Vertrauen in Sie wächst übrigens, wenn Sie potentielle Gefahren zuverlässig von ihm fernhalten. Er muss es beispielsweise nicht aushalten, sich von einem aufdringlichen Hund oder Menschen bedrängen zu lassen.

Helfen Sie, Neues zu entdecken

Zeigen Sie dem Welpen auch bewusst mal etwas Neues, indem Sie ihn zum Beispiel über einen fremden Untergrund führen. So erlebt er unter den Pfoten mal ein ganz anderes Gefühl. Oder Sie schauen sich interessiert etwas an. Ganz gleich, ob das eine Pflanze ist oder ein paar Tannenzapfen – es geht darum, die Neugierde des Hundes zu wecken. Dieser möchte meist gerne mitgucken, so schließt er sich dem Menschen immer mehr an. Unterstützend wirken dabei auch Richtungswechsel, die Sie zwischendurch einbauen können. Agieren Sie mehr, als dass Sie reagieren, umso stärker orientiert sich Ihr Hund an Ihnen.

Bauen Sie auch die eine oder andere kleine Übung ein – zum Beispiel können Sie schon mal den Rückruf des Welpen üben. Wichtig bei solchen Trainings: Wenn Sie mit großer Freude dabei sind, wird auch er mit Begeisterung bei der Sache sein. Es braucht nicht lange, da wird Ihr junger Hund freudig mit Ihnen draußen unterwegs sein.

„Was tun, damit sich der Welpe draußen löst und nicht erst wieder zuhause?“

Das ist ein weiteres Thema, welches viele Welpenbesitzer beschäftigt: „Ich gehe mit meinem Welpen regelmäßig raus, damit er bald stubenrein wird. Aber er macht nichts. Kaum, dass wir wieder drinnen sind, muss er und das Geschäft landet in der Wohnung.“ Solche Aussagen hören wir immer wieder in unserer Hundeschule. Der Hintergrund ist, dass junge Hunde draußen meist unwahrscheinlich abgelenkt sind. Hier riecht es interessant, da gibt es etwas zu gucken und dort kann man schön buddeln. Da ist so viel zu tun! Manche Hunde sind auch schlichtweg zunächst zu unsicher, um ihr Geschäft zu verrichten. Sobald sie nach Hause kommen, sind sie in einer vertrauten Umgebung, wo sie sich wohlfühlen und entspannt sind. Das regt die Verdauung an. Schwups, ist es passiert.

Halten Sie Ablenkung fern

Wenn möglich, gehen Sie mit Ihrem Welpen zunächst in ruhigere Gebiete, wenn er sein Geschäft verrichten soll. Dort findet der junge Hund leichter die Gelegenheit, sich zu lösen. Der junge Vierbeiner soll zwar andere Menschen, Hunde, Radfahrer, Jogger etc. kennenlernen, aber für eine „Pipi-Runde“ ist das oft zu viel Ablenkung. Wenn es zwischendurch klappt und der Welpe hockt sich hin, dann kann dies mit einem Hörzeichen kombiniert werden. Irgendwann hat er es dann abgespeichert, was mit „mach Häufchen“ oder: „mach Bächlein“ gemeint ist. So können Sie dieses Verhalten nach einiger Zeit draußen abrufen. Ein Lob hilft natürlich, das gewünschte Verhalten zu verstärken. Wichtig ist, dass man geduldig bleibt und sich und dem Hund keinen Druck macht. Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Hund auch körperlich immer weiter und kann dadurch zunehmend besser einhalten.

„Hilfe, mein Welpe schnappt in die Arme, die Hände und in die Hosenbeine!“

Junge Hunde setzen ausgesprochen viel und gerne ihre Zähne ein. Beobachtet man sie untereinander, dann sind sie beim Toben häufig mit weit aufgerissenen Mäulern zu sehen. Es ist dabei auch nicht ungewöhnlich, dass sie sich gegenseitig spielerisch in die Pfoten, in das Fell oder die Ohren greifen oder packen. Aber keine Sorge: Sie wollen sich dabei nicht verletzen. Hunde sind eben oft recht körperlich. Gleichzeitig zeigen sie sich aber auch schon gegenseitig Grenzen auf und stoppen das Gegenüber, wenn es zu viel wird. Auch wir Menschen sollten das unbedingt tun, denn Menschenhaut ist verletzlich.

Wir können den jungen Hund, wenn er zu heftig wird, mit der Stimme ermahnen. Das klappt mit einem energischen Unmutslaut, zum Beispiel ein „hey“. Entscheidend ist, dass man keine hektischen Bewegungen ausführt und mit den Armen fuchtelt. Ansonsten wird der Hund unbewusst animiert, danach zu schnappen und er dreht durch die Dynamik noch stärker auf.

Ruhig und souverän bleiben

Ernst genommen werden vor allem die Menschen, die ruhig und besonnen bleiben. Eine aufrechte Körperhaltung ist glaubwürdiger, als wenn man in sich zusammenfällt. Im Notfall wird der Unmutslaut durch ein kurzes Zwicken ins Fell verstärkt. Keinesfalls sollte man sich auf ein Kräftemessen einlassen, sondern in einer souveränen Haltung bleiben.

Und vermeiden Sie am besten auch Zerrspiele. Denn damit übt sich der junge Hund tendenziell nur weiter im Zupacken und Festhalten. Manche Hundehalter lassen ihren Vierbeiner auf den Händen herumkauen. Das ist ungünstig, wenn man auf der anderen Seite beibringen möchte, dass unsere Haut nicht ganz so viel aushält. Stellen Sie Ihrem Welpen doch alternativ Kauartikel zur Verfügung, vor allem rund um den Zahnwechsel.

Wir von TIERdirekt freuen uns, wenn Frauke Loup als erfahrene Hundetrainerin Ihnen im Umgang mit Ihrem Welpen weiterhelfen konnte. Wer an weiteren Trainings interessiert ist, kann sich gerne vor Ort bei der Hunde-Akademie Perdita Lübbe in Griesheim unter Tel.: 0171-4212969 oder hundeakademie-buero@gmx.de melden. Detaillierte Informationen erhalten Sie auch auf www.hundeakademie.de.

Noch ein Tipp zum Schluss von uns: Ermöglichen Sie Ihrem Welpen von Anfang an die beste medizinische Versorgung. Ob Unfälle und Krankheiten oder Vorsorgemaßnahmen wie Impfschutz und Wurmkuren: TIERdirekt erstattet Ihnen Ihre Kosten für moderne Tiermedizin sofort zuverlässig bei Ihrem Tierarzt. Somit wünschen wir Ihnen weiterhin viel gemeinsame Freude mit Ihrem Welpen.