Ostern ist gerade vorbei. Die Bestände an Schokoladeneier sind dennoch gut gefüllt. Die finden auch unsere Fellnasen – ob nun Hund oder Katze – nicht uninteressant. Die bunt glitzernden Eier sind eben auch für Tiere ein echter Hingucker. Aber Vorsicht: Für uns ist Schokolade zwar lecker und im Übermaß ungesund - für unsere Haustiere ist Schokolade in jedem Fall sehr gefährlich. Hunde und Katzen vertragen nämlich die darin enthaltenden Inhaltsstoffe wie Theobromin und Koffein – sogenannte Methylxanthine – nicht. Sie verstoffwechseln diese Stoffe schlecht, daher tragen beide Stoffe zu Vergiftungserscheinungen bei den Tieren bei.

Symptome einer Schokoladenvergiftung bei Hund und Katze
Je höher der Kakaogehalt ist, also je dunkler eine Schokolade ist, desto giftiger ist sie für Hunde und Katzen. Allerdings können Katzen die Geschmacksrichtung „süß“ nicht wahrnehmen. Daher faszinieren sich diese weit weniger für Schokolade und neigen daher deutlich seltener zur Schokoladenvergiftung als Hunde. Vergiftungserscheinungen durch Schokolade treten bei unseren Vierbeinern ca. 6 - 12 Stunden nach der Verdauung auf. Die Giftstoffe werden innerhalb weniger Stunden (Koffein ca. 1-2 Std. und Theobromin ca. 3-4 Std.) im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Häufig riechen Tiere dann auch deutlich nach Schokolade.

Frau und Katze schauen neugierig auf einen gefüllten Teller.

Erste Symptome können sein:

  • Durst
  • Erbrechen
  • Unruhe
  • Durchfall
  • Blähungen

Bei Fortschreiten der Vergiftung und einer größeren Aufnahmemenge sind folgende gefährliche Auffälligkeiten ein deutliches Alarmsignal:

  • Vermehrter Urinabsatz
  • Zittern
  • Stolpern
  • Hyperaktivität
  • Krampfbildung
  • Herzrasen
  • Hecheln
  • Blaufärbung der Schleimhäute
  • hoher Blutdruck
  • Fieber

Dabei kann verlangsamter Herzschlag und niedriger Blutdruck bis zum Koma auftreten.

Wann besteht bei Schokolade Lebensgefahr?
Ob Lebensgefahr besteht, hängt im Wesentlichen davon ab, wie schwer der Hund oder die Katze ist und in welchem Verhältnis dazu Theobromin aufgenommen wurde. Außerdem ist noch wichtig, wie lange die Aufnahme des Giftstoffes her ist und somit eine mögliche Vergiftung fortgeschritten ist. Bei rascher Behandlung sind die Aussichten gut. Eine tödliche Dosis liegt etwa bei einer Katze etwa 100 bis 200 mg / kg Körpergewicht und beim Hund bei ca. 100 bis 500 mg / kg Körpergewicht. Kleinere Hunde sind somit stärker gefährdet. Hier die Theobromingehalte verschiedener Schokoladensorten:
+ Kakaopulver: ca. 14-26 mg/g
+ Schokolade mit 90% Kakao:
ca. 26 mg/g
+ Zartbitterschokolade:
ca. 5-8 mg/g
+ Milchschokolade:
ca. 1,5-2 mg/g

Tierärztin untersucht Schäferhund und schaut ihm ins Auge.

Was tun bei Schokoladenvergiftung?
Habt ihr den Verdacht einer Schokoladenvergiftung bei eurem Hund oder eurer Katze, kontaktiert unbedingt sofort einen Tierarzt. Wenn das Tier die Schokolade gerade erst aufgenommen hat, wird er ein Medikament verabreichen, das Brechreiz auslösen soll, um die Aufnahme des Giftstoffes im Darm zu verhindern. Bemerkt man die Aufnahme von Schokolade jedoch erst später, wird der Tierarzt anhand klinischer Symptome entscheiden, ob eine Laboruntersuchung oder Infusion notwendig sind. Eventuell kann auch Aktivkohle eingesetzt werden. Diese bindet die Giftstoffe, die dann später mit dem Kot ausgeschieden werden. Je nach aufgenommener Menge kann es ist sinnvoll sein, im Vorfeld zu klären, ob der Tierarzt eine Laboruntersuchung vor Ort durchführen kann oder ob der Gang in eine Tierklinik notwendig ist.

Selbstverständlich übernehmen wir für TIERdirekt Kunden die Kosten für Behandlungen in Praxis oder Klinik rund um eine Schokoladenvergiftung. Damit es gar nicht erst soweit kommt, verstaut ihr kakaohaltige Lebensmittel am besten an einem hunde- und katzensicheren Ort. Und seid wachsam, was die Fellnase beim Gassi gehen in freier Natur auf dem Wegestrand so alles frisst.