Katzen gelten ja gerne als Schlaftiere. Hunde haben aber fast ein genauso großes Bedürfnis an regenerierenden Schlaf. In früheren Zeiten als Hunde hauptsächlich als Hof- oder Jagdhunde gehalten wurden, war das auch kein Problem. War ihr Einsatz gerade nicht gefragt, konnten sie es sich an einem ruhigen Plätzchen gemütlich machen. Dieses Ruhebedürfnis scheinen wir im modernen aktiven Hundehaushalt dagegen häufig mal zu übersehen. Zumal der Vierbeiner natürlich auch überall gerne dabei sein will. Dennoch: Reizbarkeit kann die Folge sein, im schlimmsten Fall droht sogar Schlafmangel. Anderseits: Hunde müssen auch bewegt und trainiert werden, um gesund zu blieben. Also: Wie liegt nun für euch und eurem Hund die richtige Dosis zwischen Aktivität und Erholung? Wie lange schläft eigentlich ein Hund, wieviel Ruhe braucht er?

Ein erwachsener Hund benötigt in der Regel zwischen 17 und 20 Stunden Schlaf am Tag. Hierzu zählt nicht nur der Tiefschlaf, in denen ein Hund sich regeneriert, sondern auch die vielen Phasen im Halbschlaf, also auch das typische Dösen. Wenn man bedenkt, dass der Hund auch noch 2-3-Stunden für die Nahrungsaufnahme verwenden sollte, bleiben nur noch 1-3 Stunden für den reinen Sozialkontakt übrig. Das ist dann erstaunlich wenig Zeit, um mit seinem vierbeinigen Hausgenossen ausgedehnt etwas zu unternehmen. Auch wenn es schwerfällt: Experten raten, die notwendigen Ruhephasen des besten Freundes im Blick zu haben. Denn schlafen Hunde zu wenig, zeigen sie häufig Verhaltensauffälligkeiten. In der ersten Phase werden sie häufig überdreht und wollen gar nicht mehr aufhören. Danach folgt eine Phase der Unkonzentriertheit, die in eine Phase der Nervosität und erhöhten Reizbarkeit übergeht. Im Schlimmsten Fall wird der Hund sogar aggressiv oder gar krank durch Schlafmangel.

Eine Familie tobt mit ihrem Hund im Park.

Einfach mal schlafen schicken

Soweit muss es natürlich nicht kommen. Aber man kann sich denken, dass unsere vielfältigen Freizeitmöglichkeiten mit dem Ruhebedürfnis unserer Fellnasen kollidieren können. Verschiedene Trainingskurse in der Hundeschule, dazu Essen, Spielen, Ausflüge am Wochenende und täglich mehrmals Gassi gehen: Da sind erforderliche Ruhephasen – vor allem zusammenhängende – nicht immer so einfach einzuhalten. Und als Hundebesitzer lässt man sich natürlich auch allzu gerne täuschen. Nur weil man mit dem Tier seit Stunden unterwegs ist und es immer noch nicht müde ist, heißt das nicht, dass es schon längst überfällig für eine ausgedehnte Ruhepause wäre. Anderseits: Verhalten- und Bewegungstrainings sind genauso wie tägliche Spiel- und Spaßeinheiten sehr wichtig für den Hund. Aber eben alles zu seiner Zeit. Natürlich möchte euer Hund am liebsten immer und überall dabei sein. Darum sollte man seinen Vierbeiner auch immer mal vor sich selbst schützen. Schließlich seid ihr der Boss und gebt dem Vierbeiner vor, wann er seine Ruhezeiten einhalten soll.

Einen passenden Schlafort finden

Somit: Wenn erforderlich schickt eure Fellnase einfach mal konsequent auf den Schlafplatz. Womit wir bei einem sehr wichtigen Aspekt sind. Denn es ist sehr wichtig für unsere Hunde, einen ruhigen Ort im Haus bzw. auf dem Grundstück als kompletten Rückzugsort zu haben. Hier soll er sich, wie einst der Hof- oder Jagdhund, von seinen „Einsätzen“ erholen können. Am besten ist dieser hundegerechte Schlaf- und Ruheplatz möglichst weit weg vom Hauptgeschehen im Haus. Denn der Hund soll nicht das Gefühl haben, unterschwellig doch permanent aufpassen zu müssen, nichts zu verpassen. Und für alle Familienmitglieder – auch für die kleinen – muss klar sein: Hier darf der Hund nicht gestört werden.

Ein Welpe schläft auf einem Kissen.

Welpen brauchen wesentlich mehr Schlaf

Ein weitaus höheres Schlafbedürfnis haben natürlich Welpen. Diese benötigen Schlaf- und Ruhephasen von rund 22 Stunden pro Tag. Da bleibt dann tatsächlich überaus wenig Zeit für ausgedehnte Knuddeln- und Spieloffensiven mit dem neuen Hausbewohner übrig. Aber klar: Sehr schnell zieht so ein süßer Welpe seine neue Familie in den Bann. Besonders Kinder wollen natürlich immerzu mit dem neuen kleinen Hausbewohner spielen. Beim Einzug eines Welpen solltet ihr daher noch sehr viel konsequenter als bei erwachsenen Hunden auftreten – sowohl gegenüber eurem kleinen Energiebündel als auch gegenüber anderen Familienmitgliedern. Für die weitere Entwicklung des jungen Hundes sind Ruhephasen zwingend einzuhalten. Als Schlaf- und Ruheplatz kann für Welpen eine Hundebox sehr sinnvoll sein. Sehr gut könnt ihr diese auch mit einem Tuch überdecken, so dass der Nachwuchs in seiner eigenen abgeschiedenen Höhle entspannt und ohne Störeinflüsse schlummern kann. Anders als beim erwachsenen Hund sollte ihr aber den Ruheplatz besser in eurer Nähe platzieren, damit der Welpe weiß, dass jemand da ist und er sich nicht allein fühlt. Außerdem könnt ihr so besser überprüfen, ob die kleine Fellnasse wirklich ruht. Ein geeigneter Ort wäre zum Beispiel am Sofa im Wohnzimmer. Aber nicht gerade die Küche oder der Flur, wo zuviel Aktivität um ihn herum wäre.

Somit: Unternehmungen mit der Familie, Trainings und tägliches Gassi gehen sind für jeden Hund sehr wichtig. Dazu gehört aber eben ein kluges Management aus Aktivitäten und Ruhephasen, sonst baut euer Vierbeiner im schlimmsten Fall einen Schlafmangel mit ernsten Folgen auf. Dazu gehört, den vielleicht nimmermüden Hund auch mal konsequent zum Ruheplatz zu schicken. Oder wie es der bekannte Hunde-Menschen-Therapeut José Arce formuliert hat: „Nur wenn Ihr Hund weiß, dass Sie die Verantwortung übernehmen, kann er überhaupt zur Ruhe kommen.“ In diese Sinne: Viel Spaß und Freude mit euerem Vierbeiner. Euer TIERdirekt Team.