Wir Menschen greifen immer häufiger zu sogenannten Zuckeraustauschstoffen. Dazu zählt auch Xylit, das für Hunde sehr giftig ist. Xylit wird gewonnen aus den Rinden von Bäumen wie z.B. eben Birken. Darum spricht man auch vom Birkenzucker. Seine Wirkung ist für uns Menschen wie gewünscht: Sieht aus wie Zucker, süßt auch so, hat aber wesentlich weniger Kalorien. Katzen-Zahncremes nutzen die Zugabe von Xylit, um gefährlichen Zahnstein zu reduzieren. Für fast alle Säugetiere ist Birkenzucker absolut harmlos. Nur für Ziegen, Kühe, Paviane und Kaninchen ist er toxisch. Und für Hunde ist Birkenzucker schon in geringen Mengen extrem lebensgefährlich. Warum ist das so? Und wie könnt ihr und euer Hund euch schützen?

Wo überall steckt Birkenzucker drin?
Birkenzucker wird als Zuckerersatz nicht nur unter dem Namen Xylit vertrieben. Achtet auch auf seine Handelsbezeichnungen wie Eutrit, Kannit, Klinit, Xylite, Xyliton oder Newtol. Diese können z.B. in folgenden Lebensmitteln enthalten sein, von denen ihr euren Hund unbedingt fernhalten solltet:

  • Backwaren, Hefe- und Brotteig
  • Kuchen & Kekse
  • Honig
  • Sirup
  • Softdrinks
  • Gummibärchen
  • Schokolade
  • Fertigpudding
  • Speiseeis
  • Joghurt
  • Kaugummi (zuckerfrei)
  • Minzpastillen
  • Erdnussbutter
  • Gewürze

Aber auch Pflegeprodukte wie Zahnpasta, Sonnencreme, Mundspülungen oder verschiedene Hautpflegecremes können Xylit unter seinen verschiedenen Bezeichnungen enthalten.

Frau schleckt Eis vor dem Hund, dieser schaut sie an.

Wie ist die Wirkung von Xylit beim Hund?
Anders als die meisten anderen Säugetiere hat die Hundeleber kein Enzym, um Xylit abzubauen. Birkenzucker erhöht beim Hund stark die Ausschüttung des körpereigenen Insulins, welches den Blutzuckerspiegel regelt. Die Folgen sind dramatisch: Innerhalb von einer Stunde – im schlimmsten Fall auch schon nach 10 Minuten – kann beim Hund eine extreme Unterzuckerung eintreten. Außerdem wird die Leber meist stark geschädigt. Ohne Gegenmaßnahmen kann dies alles zum Tod führen. Dabei reichen schon 0,1 g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht aus, um eine Unterzuckerung auszulösen. Ab 0,5 g pro Kilogramm Hund versagt akut die Leber. Bei einem Hund von 20 kg reichen dafür schon 2 Xylit-haltige Kaugummis aus.

Eine akute Xylit-Vergiftung bemerkt ihr schnell an eurem Hund anhand einer Reihe spezifischer Symptome. Dazu zählen:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Herzrasen
  • Sehstörungen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Zittern bis epileptiforme Anfälle
  • Im späteren Stadium: gelbe Schleimhäute durch Leberversagen

Ist die Vergiftung durch Xylit und die Schädigung der Leber sehr weit fortgeschritten, kommt es zum Zusammenbruch des Hundes und er fällt unter Umständen sogar ins Koma.

Was sind die Maßnahmen bei Xylit-Einnahme?
Auch wenn euer Hund keine Vergiftungssymptome zeigt: Habt ihr den Verdacht, dass euer Hund Xylit-haltige Stoffe zu sich genommen hat, verliert bitte keine Zeit. Geht sofort zu eurem Tierarzt, um einen möglichen Eintritt einer Vergiftung zuvorzukommen. Denn sind noch keine Symptome eingetreten, ist das Gift noch nicht in die Blutlaufbahn übergetreten, so dass der Tierarzt ein Erbrechen auslösen kann. Zusätzlich verabreicht er meist Infusionen auf Glukosebasis und leitet mit Antioxidantien eine Therapie zum Schutz der Leber ein. Auch Vitamin K ist hilfreich, um die Blutgerinnung zu stabilisieren.

Zeigt euer Hund bereits Anzeichen einer Vergiftung durch Xylit, ist eine Entgiftung nicht mehr möglich. Es steht leider aktuell noch kein wirkliches Gegenmittel zur Behandlung zur Verfügung. Engmaschige Zuckermessungen und Blutuntersuchungen sowie eine Kontrolle der Leberfunktionen sind dann sehr wichtig. Versagt bereits die Leber oder zeigen die Tiere Durchblutungsstörungen oder ist gar ein komatöser Zustand eingetreten, stehen die Überlebenschancen leider schlecht.

Wie schütze ich meinen Hund vor Xylit?
Aber soweit muss es nicht kommen. Falls ihr selber Lebensmittel, Pflegeprodukte oder Arzneien nutzt, die Xylit bzw. einer seiner erwähnten Handelsnamen als Inhaltsstoff aufweisen, bewahrt diese unbedingt unerreichbar für eure Hunde auf. Verwendet ihr Zahnpasta für euren Hund, nehmt nur spezielle Hunde-Produkte. Wie bereits im Intro erwähnt, Zahncreme für Katzen enthält sogar ausdrücklich Xylit zur besseren Reinigung. Für Katzen ist Birkenzucker wie für den Menschen eben vollkommen verträglich.

In solch akut belastenden Situationen, solltet ihr euch wenigstens nicht um finanzielle Dinge kümmern. So übernehmen wir für euch die Notfall-Tarife der Ärzte und Kliniken außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten zum 4-fachen GOT-Satz. Unsere Vollversicherung hat keine jährlichen Limits, auch kostspielige Vergiftungs-Behandlungen sind so abgedeckt. Nutzt ihr unsere Cash-free Option könnt ihr sogar im Notfall ganz ohne Zahlungsmittel in die Praxis gehen, falls diese schon mit uns digital vernetzt ist. Wir regeln dann alles Finanzielle und Versicherungstechnische mit eurem Tierarzt. Unsere Hinweise zu Xylit sollten aber hoffentlich dazu beigetragen haben, dass ihr und eure Fellnase niemals in eine solch akute Situation geratet.