Zecken im Winter? Kann gar nicht sein, oder? Leider doch, der Klimawandel macht es möglich. In milden Winter sterben Zecken nicht. So suchen sie bereits bei einer mehrtägigen Temperatur über 7 Grad Celsius nach haarigen Wirten wie eurem Hund oder eurer Katze. Im schlimmsten Fall übertragen die gefürchteten Spinnentiere krankmachende Bakterien und Viren. Daher ist es inzwischen umso wichtiger, dass ihr das ganze Jahr nach Spaziergängen in Wald und Wiesen euren Hund auf Zecken untersucht. Das Gleiche gilt für die Ausflüge eurer Freigängerkatzen. Was die Situation noch verschlimmert: Weil sich immer mehr Wildtiere in unmittelbarer Nähe zu unseren Dörfern und Städten aufhalten, rücken mit ihnen auch die Zecken mehr und mehr an uns und unsere Haustiere heran.

Eine Untersuchung des globalen Gesundheitsunternehmens MSD Tiergesundheit aus München hat ergeben, dass weniger als die Hälfte aller Befragten, die Haustiere ganzjährig vor Parasiten wie z. B. Zecken schützen. Kein Wunder denn Frühjahr und Sommer galten bei Hundebesitzer landauf und landab als Zeckenmonate. Doch die warme Jahreszeit beginnt immer früher, so dass Zecken inzwischen ganzjährig überleben können.

Gemeiner Holzbock
Die meisten Zeckenstiche verursacht der Gemeine Holzbock. Er ist bereits aktiv, wenn an mehreren Tagen hintereinander die Temperatur über 7 Grad steigt. Diese Zeckenart überträgt auch in der kalten Jahreszeit inzwischen die typischen Borreliose-Bakterien. Borreliose entwickelt erst ab 4 Wochen bis 5 Monaten bei Hund und Katze Symptome wie Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Lymphknotenschwellungen. Erkennen könnt ihr eine Übertragung von Bakterien an einem roten Hof um die Einstichstelle. Dieser ist aber oft schwer zu erkennen im dichten Fell, erst recht bei dunkler Hautpigmentierung eures Tieres.

Hellbraun-weiß-gemustertes Kätzchen springt auf Wiese hoch

Auwaldzecke
Sehr aktiv jetzt im Januar und Februar ist auch die Auwaldzecke. Sie findet sich hauptsächlich in Ost- und Südwestdeutschland und bevorzugt vor allem lockere Lichtungen oder Wiesen mit vielen Bäume und Sträuchern. Die Auwaldzecke ist gerade für Hunde sehr gefährlich, da sie Babesiose, auch bekannt als Hundemalaria, überträgt. Dabei werden rote Blutkörperchen der Hunde zerstört. Die Folge ist eine Blutarmut (Anämie), welche unbehandelt tödlich für den Hund enden kann.
Aber keine Sorge: Ob Gemeiner Holzbock oder Auwaldzecke: Natürlich überträgt nicht jede Zecke im Fell die beschriebenen Krankheiten. Im Normalfall sind weniger als 5 % der Zecken von Schaderreger befallen, die sie dann übertragen werden können.

Zecken auch im Kompost
Zunehmend findet man Zecken auch nahe menschlicher Behausungen. Das liegt daran, dass Tiere wie Fuchs und Wildschwein selbst in Städten zu finden sind. Natürlich gehaltene Gärten sorgen zudem dafür, dass sich z.B. Igel und Mäuse an Komposthufen tummeln. Und wo Tiere sind, da sind eben auch Zecken. Zwar können sich Zecken kaum selber fortbewegen, aber mit ihrem Wirt können sie weite Distanzen überwinden. Auch wenn mal ein extremer Winter in einer Region auftritt, breiten sich Zecken dort wieder relativ schnell aus, sobald die Temperaturen milder werden.

Zeckenzange in der Hand mit gezogener Zecke

Ganzjährig vorsichtig sein
Zecken sind also auch im Winter möglich. Somit ist es sehr wichtig, dass ihr ganzjährig eure Hunde oder Katzen nach jedem Gang nach draußen genau beobachtet und vorhandene Zecken absammelt. Dazu nehmt ihr am besten Hilfsmittel, wie ein Zeckenzange. Anschließend sollte man das Fell kräftig durchbürsten. Welche Maßnahmen ihr sonst noch ergreifen könnt und vor allem wie ihr euch vor Zeckenbefall schützen könnten, könnt ihr in unserem bewährten Blogbeitrag über Zeckenbefall im Sommer nachlesen.

Die Kosten für Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen wie z.B. Impfungen übernehmen wir von TIERdirekt selbstverständlich im Rahmen eurer Vollversicherung. Bei Fragen sprecht uns einfach an.