Trotz ihrer geringen Größe erzeugen Zecken eine große Abneigung bei uns Menschen. Ein Stich wird oft kaum bemerkt und kann dafür aber gesundheitlich schlimme Folgen haben. Wir schützen uns davor, indem wir lange Kleidung im Wald tragen oder uns von undurchsichtigem Unterholz fernhalten. Leider sind unsere vierbeinigen Lieblinge davon meist weniger zu überzeugen. Damit sind sie natürlich einer viel größeren Gefahr ausgesetzt, mit einem kleinen Begleiter nach Hause zu kommen. Aber was ist nun zu tun, wenn wir Zecken im Fell unserer Lieblinge entdecken? Und wie beugen wir einem Befall mit diesen nicht ungefährlichen Schädlingen sinnvoll vor?

Genau wie bei uns Menschen können Zecken auch auf Hunde und Katzen schwere Krankheiten übertragen. Diese verbergen sich hinter komplexen Namen wie Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose oder Babesiose. Früher galten manche dieser Leiden als Mittelmeerkrankheiten. Durch die Klimaerwärmung sind die übertragenden Zeckenarten inzwischen auch bei uns heimisch. Wenn wir uns mit unseren Lieblingen in Wäldern oder auf Wiesen bewegen, sollten sie also unbedingt ausreichend gegen Zecken geschützt sein. Dasselbe gilt natürlich auch für allein umherstreifende Vierbeiner, wie eine Freigängerkatze.

Wieviel Zeckenschutz ist nötig?

Grundsätzlich ist eine vernünftige Vorsorge gegen Zeckenbefall unserer Tiere davon abhängig, wie stark sie der Gefahr ausgesetzt sind. Zwar lauern auch in urbaner Umgebung bissige Zecken. Aber habe ich eher eine Couchpotatoe zu Hause, die Grün lieber aus der Ferne anschaut, brauche ich nicht die schwersten Geschütze aufzufahren. Anders sieht es aus, wenn meine Fellnase gerne durchs hohe Wiesengras streift und viel in der Natur unterwegs ist. Dann sollte man am besten nicht nur mit einem Wirkstoff behandeln, der die Zecken erst bei der Nahrungsaufnahme abtötet. Besser nutzt man Wirkstoffe, die die Zecken bereits davor abtöten. So bekommen diese Schädlinge erst gar keine Chance, gefährliche Krankheiten zu übertragen. Hierzu sollte man auf Wirkstoffe wie Fipronil, Permethrin oder Flumethrin zurückgreifen. Diese sind entweder als Spot-ons oder als Halsband im Handel erhältlich sind. So werden die Wirkstoffe von den oberen Hautschichten über die Talgdrüsen im Fell verteilt. Die Zecke stirbt schon vor ihrer Blutmahlzeit, einer Übertragung von Krankheiten kann zuverlässig vorgebeugt werden. Die im Handel erhältlichen Tabletten mit den Wirkstoffen Fluralaner, Afoxolaner oder Sarolaner haben dagegen den Nachteil, dass die Zecke erst mit der Nahrungsaufnahme beginnen muss, um abgetötet zu werden. So kann sie in den Stunden, in denen sie angeheftet bleibt, eventuell schon Krankheiten übertragen.

Immer in der Tierarztpraxis fragen

Welches Präparat im Einzelfall das richtige ist, sollte immer mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt besprochen werden. Zum Beispiel sind Zeckenhalsbänder bei Katzen eher nicht zu empfehlen, auch nicht bei Kindern im Haushalt. Unsere Katzen reagieren auch hochempfindlich auf den Wirkstoff Permethrin, welcher in Präparaten für Hunde enthalten sein kann. Hier kann schon allein der Kontakt zu einem frisch behandelten Hund im schlimmsten Fall zum Tod führen. Daher sollten Parasitenmittel grundsätzlich nur vom Tierarzt bezogen werden. Und das ist für Sie doppelt gut: Werden diese Mittel nämlich von der Praxis verschrieben, werden sie auch von der TIERdirekt Krankenversicherung übernommen.

Regelmäßiges Absuchen statt fraglicher Hausmittel

Vermeintlich harmlose Hausmittel sollten Sie in keinem Fall benutzen. Teebaumöl z.B. ist für Katzen hochgiftig, Knoblauch kann bei Hunden zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen. Auch Kokosöl auf dem ganzen Tier verteilt, lässt das Fell verkleben und behindert die Haut bei der Wärmeregulation. Wesentlich zielführender ist es, seinen vierbeinigen Freund mindestens einmal täglich oder nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken absucht. Die gefundenen Zecken sollten dann sofort entfernt werden. Am besten eignet sich hierfür ein Zeckenhaken. Entsorgen kann man sie auf einem Klebebandstreifen im Hausmüll.

Also: Regelmäßiges Absuchen von Hund oder Katze ist absolute Pflicht, gerade beim Rumtollen in der freien Natur. Genauer hinsehen sollten Sie allerdings auch bei der Wahl des richtigen Zeckenmittels. Fragen Sie unbedingt in Ihrer Tierarztpraxis. Somit hoffen wir von TIERdirekt, dass Sie und Ihre Lieblinge in diesen ungewöhnlichen Zeiten zumindestens einen zeckenfreien Sommer genießen können.