OP- oder Vollversicherung - was passt zu uns?

Der richtige Kostenschutz Dec 18, 2020

Sicher, die Tiermedizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht und hilft unseren Lieblingen zuverlässig. Aber das hat seinen Preis, Tierarztkosten können schnell ins Geld gehen. Eine gute Tierkrankenversicherung schafft Abhilfe, in dem sie zuverlässig Kosten übernimmt. Am Markt befinden sich grundsätzlich zwei Varianten: Tierkranken-OP-Versicherungen als günstige Teilversicherung für Operationen und dann Tierkrankenvollversicherungen als Rundum-Schutz. Welche Variante ist zu empfehlen? Was sollte an Leistungen jeweils darin enthalten? Ein kurzer Überblick & Vergleich.

OP-Versicherung als Basis-Schutz

Wie der Name schon sagt: Eine Tierkranken-OP-Versicherung erstattet die Kosten von eine oder mehreren Operationen pro Jahr, die aufgrund von Krankheit oder Unfall beim Haustier vorgenommen werden müssen.

Operation ist nicht gleich Operation

Bei der Definition einer Operation warten die erste Fallstricke. Allgemein gesagt ist sie ein chirurgischer Eingriff. Doch Versicherer definieren eine Operation in ihren Bedingungen manchmal etwas detaillierter, um bestimmte OP-Arten auszuschließen. Beispielsweise können Teilnarkosen, punktförmige Durchtrennung des Unterhautgewebes, nicht vernähte Wunden oder Operationen aufgrund genetisch bedingter Erkrankungen eventuell ausgeschlossen sein. Das ist dann sehr ärgerlich für Tierhalter, die dann auf hohen OP-Kosten sitzen bleiben.

Es sollte mehr drin sein als die reine OP

Eine OP-Versicherung, die ihren Zweck erfüllt, sollten nicht einfach nur die Kosten der Operation abdecken. Denn bereits im Vorfeld einer Operation finden oft damit zusammenhängende Untersuchungen statt. Darum: Unbedingt darauf achten, dass Behandlungen und Diagnostik am Operationstag wie MRT, CT oder Ultraschall von der OP-Versicherung mit abgedeckt sind. Des Weiteren ist es sehr wichtig, dass auch Kosten einer oft benötigten Nachsorge übernommen werden. Dies sollte über einen Zeitraum von 10 - 14 Tagen möglich sein, inklusive Klinikaufenthalt.

Vollversicherung als Rundumschutz

In einer Tierkrankenvollversicherung sind alle Leistungen einer OP-Versicherung integriert, hier aber mit unbefristeter Diagnostik und Nachsorge. Darüber hinaus sind alle weiteren Behandlungen und Untersuchungen unabhängig von Operationen enthalten, z.B. bei Vergiftungen oder chronischen Krankheiten wie Diabetes.

Unbedingt auf Vorsorge achten

Damit eine Tierkrankenvollversicherung zu einem echten Rundum-Schutz wird, sollten auch Kosten von Vorsorgemaßnahmen für den Liebling übernommen werden. Denn eine ausreichende Prophylaxe sorgt dafür, dass das Tier gar nicht erst krank wird. Die Kosten hierfür können sich allerdings zu beträchtlichen Beträgen summieren. Denn dazu zählen nicht nur Impfungen und Wurmkuren, sondern z.B. auch regelmäßige Zahnsteinentfernungen oder Nierenchecks. Viele Versicherer haben Vorsorgemaßnahmen allerdings stark limitiert auf z.B. 50 - 100 € pro Jahr.

Vorsicht vor günstigen Tarifen

Viele Versicherer bieten für Haustiere Vollkrankenschutz oder OP-Schutz über verschiedene Tarifvarianten an. Diese unterscheiden sich leider nicht nur in der Beitragshöhe, sondern auch in der Höhe der Kostenübernahme. Vielfältige Ausschlüsse bei bestimmten Rassen und Vorerkrankungen sowie Limitierungen führen dann zu Tarifen, die eben nur vermeintlich „günstig“ sind. Wenn es darauf ankommt, bleiben Tierhalter auf Ihren Tierarztkosten für Operationen, Behandlungen oder Vorsorgemaßnahmen oft sitzen. Wirklich geschützt ist man dann meist nur mit den teuren Tarifen.

Operationskosten werden oft überschätzt

Erfahrungsgemäß machen in einem Tierleben die durchschnittlichen Kosten für Operationen weniger als die Hälfte aller Tierarztkosten aus. Die übrigen Kosten entstehen durch weitere Behandlungen und Untersuchungen plus Vorsorgemaßnahmen. Somit ist man mit einer Vollversicherung tatsächlich rundum abgesichert und kann Tierarztbesuchen entspannt entgegensehen. Im Gegensatz dazu ist die OP-Versicherung ein günstiger Basis-Kostenschutz, der zuverlässig einen Ausschnitt der Vollversicherung abdeckt.

Zusammenfassung

Eine Tierkrankenvollversicherung ist ein perfekter Rundum-Schutz. Man sollte aber unbedingt darauf achten, welche Leistungen im Kostenschutz genau drin enthalten sind. Insbesondere bei Vorsorgemaßnahmen sparen Tierversicherer kräftig ein. Vorsicht auch bei günstigeren Tarifvarianten mit geringerem Schutzpotenzial. Eine Tierkranken-OP-Versicherung ist hingegen ein sehr guter Basisschutz, um sich gegen kostspielige, meist plötzlich auftretende Operationen abzusichern. Wichtig ist aber auch hier, dass mit der Operation im Zusammenhang stehende Untersuchungen und Nachsorgemaßnahme mit abgedeckt sind. Allgemein gilt: Versicherungsbedingungen genau durchlesen. Wenn dabei vieles intransparent erscheint oder es nicht klar nachvollziehbar ist, unbedingt beim Versicherer nachfragen oder besser Abstand nehmen, auch wenn der Preis noch so günstig ist.

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