Welpen-Tipps: Hundesteuer, Versicherungen, Tierarzt & Co

Ein Welpe zieht ein Mar 23, 2021

Futter, Schlafplatz, Spielzeug oder eine welpengerechte Umstellung der Wohnung: Zieht ein Welpe ein, hat die Familie schon vorher alle Hände voll zu tun. Doch ist der Welpe erst mal da, warten die eher "anstrengenden" aber sehr wichtigen formalen Themen: Versicherungen, Hundesteuer, Impfungen, Untersuchungen oder Chippen. Gar nicht so einfach sich neben der Eingewöhnung des neuen Mitbewohners darum zu kümmern. Deshalb im Folgenden ein Ratgeber, wie man als frischer Welpenbesitzer gleich die richtigen Weichen für ein gesundes und sicheres Leben des neuen Familienmitglieds stellt.

Hundesteuer

Jede Kommune erhebt individuell eine Steuer auf privat gehaltene Hunde, gewerbliche Tiere wie z.B. Wach- oder Blindenhunde sind von der Steuer ausgeschlossen. Die Hundesteuer wird einmal pro Jahr gezahlt und richtet sich individuell nach Rasse oder Größe des Hundes. Spätestens bis zum dritten Lebensmonat sollten Welpenbesitzer dazu bei seiner Gemeinde oder seiner Stadt vorstellig werden, um sich zu registrieren. Am besten auf der Homepage seiner Kommune sich über das genaue Prozedere informieren, hier gibt es meist auch schon Formulare zum Herunterladen.

Hundehalter-Haftpflichtversicherung

Junge Hunde sind wahre Energiebündel. Insbesondere unterwegs in fremder Umgebung oder bei Besuchen kann schnell etwas umfallen oder jemand stürzt, wenn der Welpe unvermittelt auf Verkehrswege hinausrennt. Verletzt sich z.B. ein Fahrradfahrer bei einem Sturz so schwer, dass er längerfristige gesundheitliche Schäden hat, bedeuten das extreme Summen für Tierhalter. Eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung schützt zuverlässig im Falle eines Falles vor solchen finanziellen Forderungen. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen und Thüringen ist diese Versicherungsart sogar Pflicht. Man muss sie bei der Registrierung zur Hundesteuer nachweisen. In anderen Bundesländern wird die Hundehaftpflicht nur für bestimmte Rassen oder Hundegrößen vorgeschrieben. Welpenbesitzer informieren sich am besten im Vorfeld über die Gegebenheiten vor Ort.

Hundehalter-Haftpflichtversicherungen unterscheiden sich stark in ihren Leistungen. Wichtiges Kriterium ist eine ausreichende Deckungssumme, die insbesondere eben z.B. für dauerhafte kostspielige Personenschäden aufkommen muss. Die Deckungssumme sollte daher mindestens 5 Millionen EUR, besser noch 10 Millionen EUR betragen. Dabei lohnt sich ein genauer Blick, für welche Schäden die Hundehaftpflicht im Detail aufkommt. Enthalten sein sollten:

•   Mietsachschäden: essentiell, wenn man zur Miete wohnt oder eine                                  Ferienwohnung mietet

•   Schäden bei Unterbringung in einer Hundepension

•   Flurschäden: z.B. wenn landwirtschaftliche oder Forstflächen betroffen sind

•   Auslandsaufenthalte

•   Führen ohne Leine: lassen moderne Hundehaftpflichtversicherungen zu; sogar           wenn eine andere Person mit dem Hund Gassi geht

•   Rettungs- und Bergungskosten

Sehr wichtig ist, dass die Hundehalter-Haftpflicht auch im umgekehrten Fall zahlt. Eine Forderungsausfalldeckung ist dann entscheidend, wenn man selbst von einem anderen Hund geschädigt wird und der Halter keine Hundehaftpflicht besitzt und nicht zahlen kann. Und Achtung: Hundehalter-Haftpflichtversicherungen können mit der Zeit veralten und entsprechen dann nicht mehr den aktuellen Leistungsstandards am Markt. Darum sollte man sich unbedingt für Produkte entscheiden, die Best-Leistungs-Garantien enthalten. Diese sind sehr praktisch: Mit einer Best-Leistungs-Garantie ist sichergestellt, dass die Hundehaftpflicht jederzeit alle Schäden zahlt, die auch das aktuelle beste Produkt am Markt zahlen würde.

Hundekrankenversicherung

Was Menschen oft überrascht, die zum ersten Mal ein Tier besitzen: Tiermedizin arbeitet inzwischen auf dem High-Tech-Niveau von Humanmedizin. Tiere, die vor Jahren noch aufgegeben werden mussten, können heute ein gutes schmerzfreies Leben führen. Die Kehrseite der Medaille: Tiermedizin wird immer kostspieliger, der Gang zum Tierarzt für Tierbesitzer immer teurer. Laut Berechnungen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) müssen Tierhalter im Durchschnitt mit Tierarztkosten in Höhe von 6.600 EUR1rechnen, laut einer Erhebung der Zeitschrift STERN sogar mit 9.400 EUR2. Darauf zu sparen macht allerdings wenig Sinn, da dies ja nur ein Durchschnittswert ist und man als Tierhalter nie weiß, wann die großen Kosten auf einen zukommen. Auch ein junger Welpe ist leider nicht vor ernsthaften Krankheiten sicher, Unfälle können aufgrund von ungestümen Verhalten sowieso schnell mal auftreten. Daher sollte man Hunde schon als Welpe krankenversichern. Denn sind bei einem Hund erstmal chronische Krankheiten vorhanden, ist eine Aufnahme in eine Tierkrankenversicherung nicht mehr möglich. Ist der Hund aber erst einmal versichert, kann kommen was will: Der Schutz gilt bei einem zuverlässigen Tierversicherer ein Leben lang, auch wenn später chronische Beschwerden auftreten. Also: Am besten den jungen Welpen alsbald versichern und dazu am besten attraktive Kombinationsangebote aus Hundehaftpflicht und Hundekrankenversicherung nutzen.

Bei Tierkrankenversicherungen gibt es reine Operationsversicherungen für einen Kostenschutz rund um OPs inklusive Diagnostik und Nachsorge sowie umfassende Vollversicherungen mit sämtlichem Schutz darüber hinaus gegen alle weiteren Behandlungen und Untersuchungen sowie Vorsorgemaßnahmen. Operationsversicherungen kosten deshalb weit weniger als Vollversicherungen. Bedenken sollten Tierhalter aber dabei, dass Operationskosten im Leben eines Tieres nur ca. die Hälfte aller Tierarztkosten ausmachen. Wenn Welpenbesitzer dann noch einen guten Versicherer wählen, der gleich alle anstehenden Vorsorgemaßnahmen übernimmt, kann eine Vollversicherung die bessere Wahl sein. Die einzelnen Versicherungsangebote sind sehr unterschiedlichen bei den Leistungsumfängen und bei der Höhe der Kostenerstattungen. Eine gute Hundekrankenversicherung sollte zwischen 85 % und 100 % der versicherten medizinischen Kosten übernehmen. Aber Vorsicht: Auch ein Tarif mit 100% Kostenübernahme bringt dem Tierhalter nicht viel, wenn die Kostenübernahme wie häufig der Fall jährlich begrenzt ist. TIERdirekt z.B. bietet hier ausdrücklich keine Jahreshöchstleistung, das gilt auch für notwendige Vorsorgemaßnahmen.

Erste Tierarztbesuche

Zwei Wochen nach Einzug sollten man einen Tierarzt aufsuchen, um den Welpen gründlich durchzuchecken und den gesundheitlichen Zustand genau einschätzen zu können. Falls körperliche Einschränkungen festgestellt werden, können diese rechtzeitig behandelt werden. Früh drohen auch erste Infektionskrankheiten, so dass ab den zweiten Lebensmonat erste Impfungen durchgeführt werden. Da ein Besuch beim Tierarzt für den Welpen sehr aufregend ist, empfiehlt es sich zunächst mal einen ersten Kennlerntermin ohne Untersuchung mit der Tierarztpraxis auszumachen. So kann der junge Hund an die ungewohnte Umgebung gewöhnt werden und man kann als Tierhalter besser einschätzen, wie aufgeregt er auf solche Besuche im Ernstfall reagiert. Um Tierarztbesuche langfristig attraktiv zu halten, sind Belohnungen wie Leckerlis nach dem Termin ein sehr zu empfehlendes Mittel.

Diese Impfungen stehen ab einem Alter von zwei Monaten beim Welpen an. Sie sind zur Grundimmunisierung wichtig und schützen im weiteren Verlauf seines Lebens vor übertragbaren Krankheitserregern durch andere Hunde aber auch Katzen sowie durch Tiere in der freien Wildbahn:

•   Parvovirose (Katzenseuche, die auch auf Hunde übertragbar ist)

•   Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)

•   Staupe

•   Hepatitis contagiosa canis (Leberentzündung, ansteckend)

•   Tollwut ab der 12. Woche gesetzlich vorgeschrieben, wird 3x wiederholt

Ab dem 2. Monat sollten auch Wurmkuren durchgeführt werden. Diese sind sehr wichtig, da Würmer sich sehr negativ auf das Immunsystem des jungen Tieres auswirken können und so Infektionen leichtes Spiel hätten. Darum wird die Entwurmung bis zur 12. Woche alle zwei Wochen wiederholt. Danach sollten die Termine alle 3-6 Monate durchgeführt werden. Außerdem sollten sich Welpenbesitzer frühzeitig bei ihrem Tierarzt gegen einen wirksamen Schutz vor Ektoparasiten wie Zecken, Flöhe oder Läuse erkundigen.

Chippen

Welpenbesitzer sollten auch darüber nachdenken, ihren Welpen mit einem Mikrochip zu versehen. Läuft er mal weg, kann er anhand der Chipnummer eindeutig identifiziert werden. Dazu ist es aber wichtig, den Hund bei einem Hunderegister wie z.B. Tasso oder Findefix zu einzutragen. Dort ist dann die 15-stellige Chipnummer mit den Kontaktdaten des Halters kombiniert. Das Einsetzen des Chips ist ein einfacher, ungefährlicher Vorgang, der von einem Tierarzt vorgenommen wird. Der Chip wird unter die Haut injiziert und platziert sich im Nackenbereich des Hundes. Im Gegensatz zum klassischen Tätowieren kann das Chippen vollkommen ohne Narkose durchgeführt werden. Der Chip, der lediglich den 15-stelligen Code enthält, verwächst schnell mit dem Gewebe. Gefahr durch elektrische Strahlung geht von den Chips nicht aus, da sie keine eigene Stromversorgung besitzen.

In den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin ist das Chippen der Hunde sogar Pflicht, in einigen weiteren Bundesländer gilt dies nur für bestimmte Kampfhunderassen. Auch für Fahrten ins Ausland benötigen Tierhalter ein gechipptes Tier, um den EU-Heimtierausweis zu beantragen. Zudem ist bei Abschluss von Tierkrankenversicherungen der Nachweis einer Chipnummer erforderlich.

Das Experten-Team von TIERdirekt wünscht viele Freude und eine gute Zeit mit dem jungen Welpen.

Quellen:

1) Westdeutscher Rundfunk: TV-Sendung „Ausgerechnet Hund“, abgerufen Mediathek 05.01.2021

2) www.stern.de: Artikel „Futter, Tierarzt, Steuer – einHund verschlingt ein kleines Vermögen“ von GernotKramper, 08.05.2019

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